Ein Leistungsverzeichnis landet im Posteingang. Es enthält 280 Positionen über sechs Gewerke hinweg. Der Auftraggeber möchte bis Donnerstag einen Preis.
Ihr Innendienstteam öffnet die Datei, beginnt zu lesen und startet einen Prozess, der den Großteil von zwei Arbeitstagen in Anspruch nimmt: jede Positionsbeschreibung interpretieren, das passende Produkt im ERP finden, Bestand und Preise prüfen, Positionen außerhalb des eigenen Leistungsumfangs vermerken, die Antwort im vom Kunden geforderten Format erstellen, intern zur Prüfung weiterleiten und versenden.
Erhält ein Wettbewerber dasselbe Leistungsverzeichnis und antwortet bereits am Mittwochnachmittag, setzt er den Referenzpreis. Sie antworten dann auf eine Shortlist, die bereits einen Favoriten hat.
Das ist das Problem der Leistungsverzeichnis-Bearbeitung. Es ist kein Personalproblem und kein Motivationsproblem. Es ist ein strukturelles Problem, und es hat eine strukturelle Lösung.

